Zur Geschichte der Orgel in der Barockkirche Ahlsdorf.
Fakten und Schlussfolgerungen

I

Dorf und Rittergut1) Ahlsdorf werden erstmalig 1380 als Algorstorff / Algerstorff erwähnt und befinden sich zunächst im Besitz der Familie von Lochow. Aus dieser Zeit stammt die als Saalbau mit geradem Ostabschluss errichtete Feldsteinkirche.

1479 geht Ahlsdorf in das Eigentum der Familie von Löser über, die das Patronat2) über die Kirche ausübt. Sie veranlasst um 1600 den Umbau der mittelalterlichen Burg zu einem schlossähnlichen Gebäude. Die Lösers gehören zu den angesehenen Familien am Hof in Dresden. Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Familie schwere finanzielle Verluste erlitten. Heinrich von Löser (1665-1705), kursächsischer Erbmarschall, entschließt sich deshalb, einenTeil der verstreuten Besitztümer zu veräußern, um Schloss Reinharz in der Dübener Heide als Stammsitz repräsentativ ausbauen zu können, und verkauft darum 1699 Dorf und Rittergut Ahlsdorf an die Familie von Seyffertitz.


II

Die Familie von Seyffertitz war ein altes und verzweigtes sächsisches Adelsgeschlecht. Die Brüder Anton Friedrich (1667-1732) und Joachim Hennig (1671-1736), beide Reichs-freiherren, führen seit 1709 Ahlsdorf als Fideicommissgut3). Sie veranlassen ab 1710 die barocke Umgestaltung von Schloss und Patronatskirche. Letztere erhält 1717 den bis heute das Ortsbild dominierenden Turm. Zu den umfangreichen Baumaßnahmen, die damals stattfanden, sind bislang keine Unterlagen verfügbar. So kennen wir weder den Namen des Bau-meisters, noch wissen wir, ob die mittelalterliche Kirche überhaupt eine Orgel besaß, und wenn ja, um was für ein Instrument es sich gehandelt hat.

Die baulich-stilistischen Veränderungen an Schloss und Kirche müssen im Zusammenhang gesehen werden mit der herausgehobenen Stellung, die die von Seyffertitz am Dresdener Hof zur Zeit des Kurfürsten Friedrich August I. („August der Starke“) innehatten4). Immerhin wurden alle fünf Cousins von Anton Friedrich und Joachim Hennig durch König August II. in den Reichsfreiherrenstand erhoben.Es ist anzunehmen, dass die Ahlsdorfer Patronatskirche auch deshalb um 1715 eine zwei-manualige barocke Orgel erhält, die wahrscheinlich aus der Werkstatt von Gottfried Richter stammt. Gottfried Richter (1640-1717) aus Döbeln war ein geschätzter Orgelbauer, der u.a. die Orgeln in der Wehrkirche zu Pomßen (1671) und in den Kirchen zu Frauenhain (1678) und Teupitz (1694) gefertigt hatte. Er oder sein Bruder George, mit dem er zeitweilig zusammenarbeitete, könnten den Seyffertitz-Brüdern in Ahlsdorf empfohlen worden sein - und zwar durch Hanns Adam von Seyffertitz (1636-1736). Dieser hatte 1701 Johanna Louisa von Pflugk geehelicht. Das Stammhaus derer von Pflugk war Frauenhain, so dass sich Hanns Adam eine sichere Meinung über die Qualität der dortigen Orgel, deren drei Werke mit insgesamt 12 Registern ausgestattet waren, hatte bilden können.


III

1736 erbt Adolf von Seyffertitz (1677-1741) von seinem Cousin Joachim Hennig die Familien-Fideicommissgüter um Ahlsdorf5), die später an Anton Sig(is)mund von Seyffertitz (1784-1857) weitergegeben werden. Dieser trägt sich nach 1830 mit Plänen zu einem erneuten Umbau der Ahlsdorfer Kirche, wie Skizzen belegen. Der wird jedoch nicht ausgeführt, wohl weil das Rittergut zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.

Zwischen 1850 und 1870 finden wir Nicolaus Schrickel in der Region um Herzberg als gefragten und vielbeschäftigten Orgelbauer. So stammen u.a. die Orgeln in den Kirchen von Schlieben und Kolochau, von Buckau, Züllsdorf und Arenzhain aus seiner Werkstatt. Wie sein Konkurrent Conrad Geißler, der seinen Firmensitz ebenfalls in Eilenburg hat und die Orgeln z.B. in Übigau, Arnsnesta und Kleinrössen baut, sind diese Instrumente einem Klangideal verpflichtet, das gemeinhin als „romantisch“ bezeichnet wird und seine Entsprechung in der Konzeption der Register findet.

Um 1850 dürfte die zweimanualige Barockorgel der Ahlsdorfer Kirche nach einem Zeitraum von über 100 Jahren sicher reparaturbedürftig gewesen sein. Anton Sigmund von Seyffertitzkommt seinen Pflichten als Kirchenpatron jetzt nicht allein dadurch nach, dass er seinen Einfluss auf die personelle Besetzung der Schulmeister- resp. Organistenstelle wie schon 1820 geltend macht6). Sein Interesse ist - wenn schon ein Kirchenumbau nicht durchführbar ist - auf eine qualitativ anspruchsvolle Orgel gerichtet, denn den Seyffertitz sagte man seit jeher einen ausgeprägten Kunstsinn und Kunstverstand nach. Es kann also als sicher gelten, dass er zu dieser Zeit Nicolaus Schrickel beauftragt, das Ahlsdorfer Gotteshaus mit einer neuen, einer „modernen“ Orgel auszustatten. Dokumente zu diesem Vorgang sind allerdings nicht verfügbar7).


IV

1857 stirbt Anton Sigmund von Seyffertitz. Bereits 1851 war die wirtschaftliche Lage des Ritterguts Ahlsdorf und des Vorwerks Hohenkuhnsdorf so desolat geworden, dass beide Objekte zunächst für zwölf Jahre an den Meistbietenden in einem öffentlichen Verfahren verpachtet werden sollen. Diese Entwicklung vermag auch der einzige männliche Nachkomme, Otto von Seyffertitz, nicht aufzuhalten: 1857 wird Ahlsdorf mitsamt den anderen Gütern an die Familie des Justizrats Johann Georg Siemens verkauft.Damit werden die Siemens in Ahlsdorf ansässig. Georg Siemens, wie sein Vater studierter Jurist, wird schließlich 1899 für seine Verdienste um die Entwicklung von Wirtschaft und Bankenwesen im Deutschen Reich durch Kaiser Wilhelm II. geadelt. 1901 stirbt der Mitbegründer der Deutschen Bank.Die Familie von Siemens und insbesondere die Witwe Elise Görz nimmt die mit dem Patronatverbundenen Verpflichtungen gewissenhaft wahr. 1907/08 erfährt die Ahlsdorfer Kirche eine umfassende Restaurierung unter der Leitung des Berliner Architekten Heinrich Schmieden, die selbstverständlich die Orgel einschließt. Eine der Töchter, Marie Wiegand geb. von Siemens, wird in diesem Zusammenhang als „Stifterin“ genannt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass sie kein neues Instrument, sondern (lediglich) die Instandsetzung bzw. Restaurierung der Schrickel-Orgel in Auftrag gibt und finanziert, denn es liegen uns keine schriftlichen Nachweise über Umbauten am Instrument aus diesen Jahren vor. Am verwendeten Holz ist jedoch erkennbar, dass das alte Orgelgehäuse im barocken Stil neu umbaut  wurde. Dabei wurden als Gestaltungselemente jene Puttenköpfe und musizierenden Engel einbezogen, die bis heute die Ansicht dieser Orgel prägen und die wohl aus dem 18. Jahrhundert stammen8). All das legt Zeugnis ab von der stilkundigen und qualitativ  hochwertigen Restaurierung, die unter Heinrich Schmieden erfolgte.


V

1961 - also wiederum etwa 100 Jahre nach einem Orgel-Einbau, d.h. der Installation des Schrickel-Instruments - beauftragt die Kirchengemeinde Ahlsdorf die Orgelbauwerkstatt Arno Voigt aus dem benachbarten Bad Liebenwerda mit Arbeiten an der Ahlsdorfer Orgel, die sich zuletzt in einem beklagenswerten Zustand befand, wie aus einem Bericht des Kreiskirchenmusikwarts und Herzberger Kantors Helmut Schmidt an das Evangelische Konsistorium der Kirchenprovinz Sachsen hervorgeht9). Aus diesem wird zugleich ersichtlich, dass es sich um mehr als nur Reparaturarbeiten handelte: Die Kirchengemeinde mit ihrem Pfarrer Gerhard T. Kasparick hatte eine umfassende Restaurierung - de facto einen Neubau - veranlasst, und dies unter Missachtung innerkirchlicher Rechtsvorschriften, was zu harscher Kritik des Konsistoriums führt10). Letztlich findet sich das Konsistorium in Magdeburg aber damit ab, dass Ahlsdorf nun über ein Instrument in neobarocker Klangstilistik verfügt, das Bezug nimmt auf den barock geprägten Innenraum der Kirche. Weil Ende 1963 „an der Innenseite der Kirchenraumdecke … schwierig zu beseitigende Schäden eingetreten (sind)“, deren Beseitigung vordringlich ist11), muss von dem zweiten Bauabschnitt - der Installation des II. Manuals - Abstand genommen werden. Erst Anfang 1967 sieht die Kirchengemeinde die Möglichkeit, den Orgelbau zu vollenden12). Der Weggang von Pfarrer Kasparick 1968 lässt es dazu aber nicht mehr kommen.  

In den Jahren zwischen 1950 und 1970 wurden zahlreiche "romantische" Orgeln aus dem 19. Jahrhundert (neo)barock umdisponiert - eine Folge der sogenannten Orgelbewegung im 20. Jahrhundert. Die Ergebnisse waren häufig unbefriedigend. Das trifft auch auf das Ahlsdorfer Instrument zu, dessen "Disposition zwar etwas extrem, aber sonst nicht unkorrekt ist", wie das Konsistorium mit verhaltener Kritik feststellt13).                                              


Die eigentlich zu erwartende Nutzungsdauer der Voigt-Orgel von 1961 wurde dadurch eingeschränkt, dass das im Orgelbau der DDR zur Verfügung stehende und verwendete Material nicht immer den Qualitätsansprüchen genügte14). Seit etwa 2006 ist das Ahlsdorfer Instrument nicht mehr spielbar, was sicherlich auch eine Folge mangelnder kontinuierlicher Pflege ist.

Aus dem Jahr 2009 datiert schließlich eine Restaurierungskonzeption der Firma Mitteldeut- scher Orgelbau A. Voigt Bad Liebenwerda und damit rückt die Restaurierung der Orgel wie- der in den Blickpunkt15). Es sollten aber noch einige Jahre vergehen, bis dieses Vorhaben konkrete Gestalt annehmen konnte.

Das gemeinsame Bestreben von Kirchengemeinde, Orgelförderkreis, Orgelsachverständigem und Orgelbauer zielt nun darauf ab, die Spielbarkeit mit zwei Manualen und Pedal  vollständig wiederherzustellen. Dabei wird der vorhandene Bestand, mit dem barocken Orgelgehäuse und dem barocken Innenraum der Kirche korrespondierend, nach heutigem Kenntnisstand konserviert und restauriert.

Hans Werner Unger, Juli 2015
zuletzt aktualisiert: 27.07.2016


Anmerkungen

1) Rittergut ist die Bezeichnung für ein Landgut, mit dessen Besitz der Eigentümer (Grundherr) durch Gesetz oder Gewohnheitsrecht gewisse Privilegien in Anspruch nehmen konnte. Voraussetzungen waren eine Mindestgröße, die dem in der Regel adligen Eigentümer eine unabhängige und damit standesgemäße Lebensweise ermöglichte, und die Existenz eines Herrenhauses. Zu den Privilegien zählten u.a. die Patrimonialgerichtsbarkeit, das Patronatsrecht, das Jagd- und Braurecht. (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/ Rittergut - Stand: 05.07.2015)

2) Kirchenpatronat bezeichnet die Schirmherrschaft eines Grundherrn über eine Kirche, die auf seinem Gebiet liegt, d.h. es handelt sich um eine Rechtsbeziehung zwischen einer Kirchengemeinde und ihrem Patron als einer natürlichen oder juristischen Person. Voraussetzung war der Besitz einer kirchenobrigkeitlichen Genehmigung zum Erwerb des Patronats. Zu den Pflichten des Kirchherrn gehörte die Baulast am Kirchengebäude, ggfs. auch die am Pfarrhaus. Dafür konnte der Patron als Rechte in Anspruch nehmen: das Recht auf einen besonderen Sitzplatz in der Kirche (im Patronatsgestühl bzw. in der Patronatsloge), das Vorschlags- und Vetorecht bei der Besetzung der Pfarr- und der Organisten/Kantorenstelle sowie das Recht auf eine Begräbnisstätte in der Kirche, oft dokumentiertin der Form von Epitaphen.(vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenpatronat - Stand: 05.07.2015)

3) Fideicommiss bedeutet, dass ein Familienvermögen nach rechtsgeschäftlicher Verfügung unveräußerlich, unteilbar und in der Regel nur an männliche Nachkommen vererbbar ist. Grundlage sind feudale resp. gutsherrliche Verhältnisse, bei denen das in einer Familie gebundene gemeinschaftliche Gut der Verwaltung durch ein einzelnes Familienmitglied anvertraut ist. (vgl. https://www.rechtslexikon.net/d/fideikommiss. htm - Stand: 05.07.2015)

4) zur Stellung der Reichsfreiherren von Seyffertitz am sächsischen Hof in Dresden: Rudolf Gottlob war königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Kammerherr, Geheimer Rat und Oberschenk und Träger des preußischen Schwarzen Adlerordens; Hanns Adam war königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Generallieutnant der Infanterie; Georg Haubold war königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Oberkammerherr und Obristen-lieutnant; Adolf war königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Oberküchenmeister und Gesandter des Königs bei der Kaiserkrönung Karl VI., öfters auch Stellvertreter des Oberhofmarschalls Löwendahl (vgl. http://www.seyffertitz.at/familie.htm - Stand: 05.07.2015)

5) die Seyffertitzschen Güter in der Region umfassten außer Ahlsdorf (als Stammsitz) das Vorwerk Hohenkuhnsdorf sowie Hartmannsdorf und Wiepersdorf bei Schönewalde

6) aus einem Brief der Bettina von Arnim an ihren Ehemann Achim vom 20. September 1820: „… In Ahlsdorf ist jetzt großes Orgelprobespiel. Der älteste Sohn, der Major, prüft die sich meldenden Schulmeister … und hat sehr strenge Anforderungen, sie müssen in jeder Tonart aus dem Stegreif vierhändige [vierstimmige?- HWU] Vorspiele erfinden, auch zu einer vorgeschriebenen Stimme die andern hinzufügen können. Bis jetzt hat sich nur einer als tüchtig befunden. Der Major ist eigentlich ein kluger Kerl, aber höchst seltsam gegen die Welt gestellt, weil ihm nichts so recht in der Welt gelungen ist. …“Der Major war Adam Friedrich von Seyffertitz (1748-1825), Sohn von Hanns Gottlob (1722-1780)und Vater von Anton Sigmund. Adam Friedrich war 1820 Herr auf Ahlsdorf und unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu den Arnims im benachbarten (preußischen) Wiepersdorf. Er ist also der Prüfer beim o.g. Probespiels kraft seines Patronats und geachtet wegen seines Lebensalters. Anton Sigmund wird ihm - als künftiger Patron - in dieser Angelegenheit assistiert haben. Den Äußerungen der Bettina von Arnim kann man entnehmen, dass in der Ahlsdorfer Kirche eine qualitätvolle Orgel vorhanden war und der Dienst als Schulmeister eine anspruchsvolle Aufgabe darstellte.

7) Markus Voigt, Orgelbaumeister, kommt im Ergebnis seiner Recherchen zu dem Schluss, „… dass das Instrument in der Fertigung aus der Werkstatt von Schrickel stammt. Die Handschrift am Spielschrank (Staffeleien) und auch an den Windladen trägt unverkennbar Details und Fertigungsweisen, die sonst bei keinem anderen Orgelbauer zu finden sind. … Von Schrickel erhalten sind folgende Teile der Orgel: Die Staffeleien seitlich des Spieltisches, Hauptwerkswindlade- Oberwerkswindlade, Pedalwerkswindlade, Elemente der Trakturen, Elemente der Windanlage. Die Register Subbaß 16´und Principalbaß 8´ stammen vermutlich aus der Vorgängerorgel. Die Schrickelsche Bauweise lässt sich hier nicht einwandfrei nachweisen.“ (aus: Restaurierungskonzeption für eine neue Orgel in der Evangelischen Kirche in Ahlsdorf [2014])

8) Am Orgelgehäuse findet sich seitlich rechts die folgende Inschrift: "Dieser Orgelprospekt wurde gestiftet von Frau Dr. Marie Wiegand geb. v. Siemens im Jahre 1908". Das Orgelgehäuse mit den musizierenden Figuren auf den Prospekttürmen, den Engelköpfen im Frontbereich, mit Goldleisten, Ornamenten und Schleierbrettern ist barocken Vorbildern nachempfunden.

9)  aus dem Brief vom 22. August 1962: "Die Orgel in der Kirche zu Ahlsdorf ist im Jahre 1961 im Auftrage der Kirchengemeinde durch die Fa. Arno  V o i g t , Bad Liebenwerda restauriert worden... Der alte Zustand der Orgel war sehr schlecht und die Orgel dadurch kaum noch brauchbar. Das Pfeifenmaterial der alten Orgel war schlecht und für die neue nicht mehr verwendbar. Die Disposition der alten Orgel gibt Berechtigung zu der Annahme, dass das Pfeifenwerk etwa aus der Mitte des 19.Jhrhdt. stammte. Mit der Restaurierung hat die Orgel zugleich eine neue Disposition bekommen, die ihren Klang wesentlich verbessert. ...
Die Pfeifen der für das II.Manual vorgesehenen Disposition fehlen z.Zt. noch, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Mittel hierfür in einem Zuge nicht ausreichten. Dennoch ist aber die Gemeinde sehr bemüht, auch den zweiten Bauabschnitt bald in Anfriff [Angriff] nehmen zu lassen. Die ganze Klangschönheit der neuen Orgel wird selbstverständlich erst dann zur Geltung kommen, wenn auch das II.Manual sein Pfeifenwerk erhalten hat."

10) aus dem Schreiben des Evangelischen Konsistoriums der Kirchenprovinz Sachsen vom 19. Oktober 1962 an den Gemeindekirchenrat Ahlsdorf: "Wir haben zur Kenntnis genommen, daß der Gemeindekirchenrat Ahlsdorf die dortige Orgel klanglich völlig hat umbauen lassen. Er hat dabei außer acht gelassen, daß Arbeiten, die über die bloße Behebung von Funktionsstörungen (Reparatur) hinausgehen, der kirchenaufsichtlichen Genehmigung bedürfen. ...
Die Zentralstelle für Orgelbau hat sich ... mit dem ...Orgelumbau befaßt. Da die beabsichtigte Disposition zwar etwas extrem, aber sonst nicht unkorrekt ist, können wir uns ausnahmsweise mit dem Umbau einverstanden erklären ...
Der Gemeindekirchenrat wolle berichten, wie es dazu gekommen ist, daß keine Genehmigung eingeholt worden ist, und uns über die Beendigung der Umbauarbeiten so rechtzeitig unterrichten, daß die behördlich vorgeschriebene Abnahmeprüfung noch in Gegenwart des Orgelbauers vorgenommen werden kann."

11) Pfarrer Kaparick am 11.4.64: Antwort auf die Berichtsanforderung des Konsistoriums vom 3. April 1964 an den Gemeindekirchenrat Ahlsdorf zum Umbau der dortigen Orgel: "An der Innenseite der Ahlsdorfer Kirchenraumdecke sind Ende des vergangenen Jahres schwierig zu beseitigende Schäden eingetreten. Deren Beseitigung erscheint vordringlich, so daß an die Inangriffnahme des zweiten Bauabschnittes der Orgel vorerst nicht gedacht werden kann."

12) aus dem Brief von Pfarrer Kasparick an die Fa. Voigt vom 28.I.1967: "Der Gemeindekirchenrat Ahlsdorf hat nun Mut und sieht auch Möglichkeiten, den angefangenen Orgelbau zu vollenden. Wir wollen nicht gerne eine angefangene Sache liegenlassen. Darf ich nun bei Euch anfragen, welche Mittel für den zweiten Bauabschniitt erforderlich würden? Nach einem Termin wage ich gar nicht zu fragen... Jedenfalls soll der Ahlsdorfer Orgelbau zu einem guten Ende gebracht werden. ..."

13) siehe Brief vom 19. Oktober 1962 an den Gemeindekirchenrat Ahlsdorf

14) Bereits im August 1963 klagt Klaus Birle, Kantorkatechet in Schönewalde, schriftlich an Pfarrer Kasparick über nicht unerhebliche Mängel an der gerade restaurierten Orgel (siehe: Bericht über die Orgel in Ahlsdorf vom 19.8.63)

15) Dokumente zum Orgelneubau 1961 und der Restaurierungskonzeption aus dem Jahr 2009 sind im Mitteldeutschen Orgelbau A. Voigt Bad Liebenwerda archiviert.